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Wenn der Hund bettelt

Es gibt wohl kaum etwas süßeres als kleine Welpen oder auch erwachsene Hunde, die bei Tisch betteln. Es ist fast unmöglich dem unschuldigen Blick zu widerstehen, der zu sagen scheint: "Ich möchte doch soooo gerne auch etwas abbekommen. Nur ein kleines Stückchen von dem leckeren Käse...".

Und natürlich haben sehr viele Hunde deswegen Erfolg damit, wenn sie bei Tisch betteln. Ihre Halter werden schwach, wenn Ihr Hund sie so mitleidheischend ansieht oder sie glauben, sie täten ihrem Hund etwas Gutes damit, ihm hier und da kleine Bröckchen abzugeben. Aber einen Hund während der Mahlzeiten zu füttern ist ein Fehler.

Warum Ihr Hund nicht von Tisch gefüttert werden sollte

Das Betteln stört beim Essen

Wenn Sie dem Betteln nachgeben, legen Sie den Grundstein für ein Verhalten Ihres Hundes, dass Sie ihm nur äußerst schwer wieder abgewöhnen können. Anfangs ist es ja noch niedlich, wenn der kleine Kerl neben Ihnen sitzt und Sie mit seinen treuen Augen anblickt. Aber mit der Zeit kann das ganz schön nervig werden. Wenn Sie sich dann dazu entscheiden Ihrem Hund nichts mehr vom Tisch zu geben, werden Sie möglicherweise keine ruhige Mahlzeit mehr genießen können. Dann startet Ihr Hund nämlich durch zu Stufe zwei des Bettelns. Er beginnt zu winseln, zu bellen, zu pföteln oder macht andere Sachen, um Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Menschliche Nahrung ist oft schädlich für Hunde

Ein weiterer Grund, warum Hunde nicht vom Tisch gefüttert werden sollten, ist, dass so manches, was wir Menschen essen, für Hunde nicht geeignet ist. Es ist oft zu salzig oder scharf gewürzt oder darf wegen seiner Inhaltsstoffe nicht von Hunden verzehrt werden, wie etwa Speisen, die künstliche Süßstoffe enthalten. Die Liste der Lebensmittel, die für uns Menschen genießbar ist, einem Hund aber über kurz oder lang Schaden zufügen kann, ist lang.

Und dann wäre da ja noch die Rangordnung...

Einen Hund vom Tisch zu füttern, kann zu Unklarheiten in der Rangordnung führen. Hunde sind ja bekanntermaßen Rudeltiere. Leben sie in einer Gemeinschaft mit Menschen, ist diese eben ihr Rudel. Wie wir alle wissen, sind Hunderudel hierarchisch geordnet und werden von einem Leithund angeführt. Je höher der Rang eines Hundes in seinem Rudel, desto eher darf er fressen. Ein Hund, der vom Tisch gefüttert wird, könnte glauben, dass er im Rang aufgestigen ist, weil er gleichzeitig mit seinen Menschen frisst. Wenn er dann plötzlich nichts mehr von Tisch bekommt, versucht er möglicherweise, sich mit Knurren oder anderem Drohverhalten durchzusetzen.

Tipps, wie Sie Ihren Hund das Betteln wieder abgewöhnen

Bevor Sie damit beginnen, Ihrem Hund die Gewohnheit bei Tisch zu betteln wieder abzutrainieren, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie mitunter auf Schwierigkeiten bei Ihrem Vorhaben stoßen könnten. Eine wichtige Voraussetzung für Ihren Erfolg ist nämlich Konsequenz und Einigkeit.

Nie wieder etwas vom Tisch

Konsequenz deswegen, weil Sie ab sofort Ihrem Hund nie wieder etwas vom Tisch geben dürfen. Egal wo Sie sich mit Ihrem Hund aufhalten, Bröckchen von Tisch sind für ihn tabu. Ihre gesamten Anstrengungen wären nämlich vollkommen sinnlos, wenn Ihr Hund manchmal etwas vom Tisch bekäme und manchmal wieder nicht. Hunde brauchen klare Regeln, um zu verstehen, was sie dürfen. Wenn diese Regeln von ihren Besitzern selber nicht eingehalten werden, können die Hunde nicht begreifen, was von Ihnen verlangt wird.

Alle müssen mitziehen

Einigkeit ist ein weiterer wichtiger Faktor für das Erreichen Ihres Ziels. Alle Menschen, die Kontakt zu Ihrem Hund haben, müssen sich ebenfalls an die neue Regel halten. Wenn nur Sie allein nichts mehr vom Tisch geben, Familie oder Freunde aber weiterhin fleißig Häppchen an Ihren Hund verteilen, ist das Scheitern Ihres Plans vorbestimmt.

Schicken Sie den Hund auf seinen Platz, während Sie essen

Wenn Ihr Hund auf die Kommandos "Platz" und "Bleib" hört, können Sie ihn während des Essens auf seinen Platz schicken, bis Sie fertig sind. Ist er brav dort geblieben und hat Sie nicht beim Essen belästigt, sollten Sie ihn im Anschluss dafür loben und belohnen.

Ein guter Gehorsam ist eine große Hilfe um Ihr Ziel zu erreichen, aber auch in anderen Situationen sehr nützlich. Falls es Ihrem Hund noch an der Grunderziehung mangelt, sollten Sie damit anfangen, Gehorsamkeitsübungen mit ihn zu machen. Ein paar kleine Übungen täglich reichen oft schon, um so manches Problem in den Griff zu bekommen.

Falls Ihr Hund aggressiv reagiert

Spätestens wenn Ihr Hund aggressiv wird, weil er nichts mehr vom Tisch abbekommt, ist es an der Zeit, seinem Verhalten entgegenzusteuern. Am besten verhindern Sie von vorneherein, dass sich Ihrem Hund die Gelegenheit bietet, Anführerallüren zu zeigen. Bringen Sie ihn während der Mahlzeiten in einen anderen Raum und lassen Sie ihn erst wieder heraus, wenn Sie fertig gegessen haben und alles von Tisch abgeräumt ist.

Allgemeine Ratschläge

Für das Wohlergehen Ihres Hundes ist es sehr wichtig, dass Sie ihm klare Regeln und Grenzen setzen. Nur dann kann er sich in seine Gemeinschaft einfügen,wo er sich sicher und geborgen fühlen darf. Wenn er weiß, was er darf und was nicht, machen Sie aber nicht nur für Ihren Hund das Leben leichter und angenehmer. Sie vermeiden auch für sich selbst unnötigen Stress, der entsteht, wenn Sie mit einem Hund leben, der unerzogen ist.

 
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