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Um Hunde richtig erziehen zu können, muss man erst einmal verstehen, wie sie denken. Fehler bei der Hundeerziehung sind nicht die Fehler des Hundes, sondern die seines Halters. Das überrascht so manchen Hundefreund erst einmal, denn viele Hundehalter machen Fehler bei der Hundeerziehung, ohne es zu wissen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, vielleicht wurden sie schlecht beraten, haben eine falsche Information gelesen, vielleicht haben sie es schon so mit dem Familienhund gemacht, als sie aufgewachsen sind oder einfach nur weil sie sich nicht im Klaren darüber sind, dass sie etwas falsch machen. Spätestens, wenn der Hund nicht stubenrein wird oder andere Menschen anspringt, nicht kommt, wenn er gerufen wird oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt, beginnen die Probleme. Aber man sollte immer bedenken, es ist nicht die Schuld des Hundes. Ganz gleich für welche Methode der Hundeerziehung Sie sich entscheiden, die nachfolgenden und häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung sollte man bei jeder Methode vermeiden. 1. Sofort nach Hause gehen, wenn der Hund sich erleichtert hat.Ihr Hund braucht ewig, bis er sein Geschäft macht? Er nimmt sich so viel Zeit, wie nur möglich, um die richtige Stelle dafür zu finden und beschnüffelt ausgiebig die "Nachrichten", die seine Vorgänger hinterlassen haben? Warum tut er das? Weil er die Erfahrung gemacht hat, dass sein Gassigang vorüber ist und er wieder zurück nach Hause gebracht wird, sobald er sich erleichtert hat. Er versucht den Zeitpunkt, bis er wieder ins Haus muss, herauszuzögern. Welche Lösung gibt es dafür? Bringen Sie Ihrem Hund bei, sich auf Kommando zu erleichtern und beginnen Sie den eigentlichen Spaziergang, nachdem er sein Geschäft verrichtet hat. Auf diese Weise lernt Ihr Hund, dass der Spass nicht sofort vorbei ist, sobald er auf der Hundetoilette war. 2. Die Nase des Hundes im eigenen Kot reiben, wenn er im Haus defäkiert hat.Die Nase des Hundes in den eigenen Kot zu drücken oder ihn mit einer zusammengerollten Zeitung zu schlagen, wenn er sich zu Hause erleichtert hat, ist keine wirksame Methode um einen Hund zur Stubenreinheit zu erziehen. Der Hund wird glauben, dass er dafür bestraft wurde, dass er sein Geschäft gemacht hat und könnte in Zukunft versuchen, sich vor seinem Besitzer zu verstecken, wenn er "mal muss". Möglicherweise findet sein Herrchen oder Frauchen dann seine Hinterlassenschaften hinter dem Sofa oder im Badezimmer. Oder er traut sich nicht mehr, sein Geschäft zu machen, wenn sein Besitzer anwesend ist, obwohl er sich an der Stelle befindet, wo er sich erleichtern soll. Das Problem, dass entsteht, ist also nicht, dass der Hund "macht", sondern wo er macht. Schließlich soll der Hund sich ja erleichtern, nur halt nicht im Haus. Man sollte daher unbedingt vermeiden, den Hund zu bestrafen, wenn er sich bereits erleichtert hat. Wenn man ihn jedoch dabei erwischt, während er Anstalten macht sich zu lösen, dann ist es richtig ihn zu korrigieren. Am besten ruft man ein lautes "Nein" und nimmt den Hund sofort mit nach draußen. Wenn er dann dort sein Geschäft verrichtet hat, sollte man ihn loben. 3. Falsches Verhalten, wie etwa Aggression, Zerstörungswut oder Anspringen, ignorieren, in der Hoffnung, dass es sich noch auswächst.Je länger einem Hund gestattet wird, falsche Verhaltensweisen zu zeigen, desto sicherer wird sich der Hund, dass sein Verhalten richtig ist. Verhaltensweisen wie zum Beispiel Aggression, Zerstörungswut oder Anspringen sind nicht etwa nur Phasen im Leben eines Hundes, die sich von alleine wieder geben. Wenn ein Hund Verhaltensauffälligkeiten zeigt, sollte man sofort etwas unternehmen, denn je länger der Hund die falsche Gewohnheit beibehalten darf, desto schwerer ist es, sie ihm wieder abzugewöhnen. Einen Hund, der sich falsch verhält, kann man korrigieren, indem man ihm beibringt, welche Verhaltensweisen man stattdessen von ihm erwartet. 4. Den Hund rufen um ihn zu bestrafen oder etwas anderes zu tun, was er nicht mag.Ihr Hund spielt gerade mit anderen Hunden im Park und hat so richtig Spass dabei. Sie rufen ihn, nehmen ihn an die Leine und gehen mit ihm nach Hause. Oder er vergnügt sich gerade im Garten und Sie rufen ihn, um ihm die Nägel zu schneiden oder ihm die Ohren zu putzen. Einen Hund zu rufen und dann etwas zu tun, was er nicht mag, ist eine sichere Methode, dem Hund abzugewöhnen auf Zuruf zu kommen. Was soll man also tun? Schließlich kann man ja nicht den ganzen Tag im Park sitzen und darauf warten, bis der Hund von alleine aufhört zu spielen. Rufen Sie Ihren Hund in unregelmäßigen Abständen, während er spielt und loben Sie ihn, wenn er kommt. Geben Sie ihm ein Leckerchen oder an heißen Tagen etwas Wasser. Entlassen Sie ihn dann wieder, indem Sie sagen "Geh spielen". So bauen Sie das Vertrauen Ihres Hundes zu Ihnen auf. Er wird gerne kommen, wenn Sie ihn rufen und keine Angst haben, dass der Spass für ihn nun vorüber ist. 5. Den Hund schlagen oder schmerzhafte Erziehungshilfsmittel benutzen.Ich bin gegen den Einsatz von schmerzhaften Erziehungshilfsmitteln oder Schlägen bei der Hundeerziehung. Die moderne Verhaltensforschung stellt uns ausreichend Informationen darüber zur Verfügung, wie man durch positive oder negative Verstärkung Einfluss auf das Verhalten von Lebewesen nehmen kann, ohne ihnen Schmerzen zuzufügen. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen man Hunde auf dem Hundeübungsplatz behandelt hat, als wären sie Schwerverbrecher. Ein Hund, der bei jeder Handlung Angst vor Schmerzen haben muss, kann nicht gut lernen, denn er steht unter Stress. Außerdem führt Bestrafung zwar unter Umständen dazu, dass der Hund das unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigt, aber ihm wird nicht gezeigt, was er stattdessen tun soll. Daher sind Schmerzen und Angst keine geeigneten Mittel bei der Hundeerziehung. Und mal abgesehen davon, haben wir uns unsere Hunde nicht angeschafft, weil wir sie lieben und als besten Freund haben wollen? Und dann sollen wir sie mit Schlägen oder Elektroschocks erziehen? Hören Sie nicht auf diese "Experten", die Ihnen Stachel- oder Elektroschock-Halsbänder empfehlen. 6. InkonsequenzInkonsequenz ist einer der häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung und führt in der Regel dazu, dass der Hund nicht lernt, sich richtig zu benehmen. Wenn einem Hund beispielsweise gestattet wird, seinen Halter anzuspringen, wenn dieser seinen Blaumann trägt, nicht aber, wenn er den guten Sonntagsanzug anhat, dann ist dieser Hund überfordert. Schließlich kann der Hund nicht unterscheiden, welche Kleidung seines Herrn er beschmutzen darf und welche nicht. Abgesehen davon, dass der Hund sich wahrscheinlich sowieso keine Gedanken darüber macht, dass Kleidung schmutzig werden kann. Um Alltagsregeln zu verstehen und befolgen zu können, brauchen Hunde konsequentes Verhalten. Der Hund muss wissen, was von ihm erwartet wird. Nur so kann er lernen, sich richtig zu verhalten. 7. Nicht ausreichend oder schnell genug belohnenWenn Ihr Hund ein Kommando richtig ausgeführt hat und Sie belohnen ihn nicht unmittelbar danach, werden Sie Schwierigkeiten bei der Hundeerziehung haben. Der Hund kann nämlich nicht verstehen, was richtig ist, wenn er sein Verhalten nicht mit der Belohnung verknüpfen kann. Wenn Sie zu lange warten, bis Ihr Hund die Belohnung erhält, hat er vergessen, was er zuvor gemacht hat und verbindet die Belohnung nicht mit seinem Verhalten. Wenn Sie zu spät belohnen, kann es sein, dass Ihr Hund die Belohnung mit dem verbindet, was er mittlerweile tut und etwas falsches lernt.
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